Künstlergespräch mit Martin Minde "Kaspar | Minde. Das Göttliche Sehen"

Beschreibung

Kaspar | Minde. Das Göttliche Sehen

 

Auf den ersten Blick scheinen es nur biographische Gemeinsamkeiten zu sein, die den schwäbischen Nazarener Johannes Kaspar mit einem Künstler des 20. Jahrhunderts, mit Martin Minde und seiner Farbsystematik, verbinden. Dieser verbrachte in Obergünzburg Kind- und Jugendjahre, jenem war die Allgäuer Marktgemeinde bis auf die Studienjahre ein Leben lang vertrauter Heimatort. Beide Künstler studierten, in unterschiedlichen Jahrhunderten und Lebensphasen, an der Münchner Akademie der Bildenden Künste.

 

Doppelausstellung mit zahlreichen Verbindungslinien

Die Doppelausstellung „Kaspar | Minde. Das Göttliche Sehen“, die ab Pfingsten im Historischen Museum Obergünzburg präsentiert wird, nimmt dies als Ausgangspunkt, weitere Verbindungslinien herauszuarbeiten. Denn das Schaffen beider Maler kann als religiöse Kunst verstanden werden. Bei Kaspar, fest in katholischem Glauben und Kirchenlehre verwurzelt, tritt diese Dimension unverkennbar zutage. Seine ausdrucksstarken, profanen Einzelportraits bilden im Gesamtwerk frühe Ausnahmen, später stellt er sein Wirken ganz in den Dienst der Kirche und malt ausschließlich religiöse Sujets. Seine anschaulichen Darstellungen biblischer Geschichten oder Heiliger, in zahlreichen Kirchen Schwabens nach wie vor präsent, sollten die Betrachter zu Sehenden werden lassen, die darin die christliche Botschaft und den wahren Glauben erkennen.

 

Wo aber ist die Religion in den Farbbildern Martin Mindes zu sehen?

Er versteht Farbe als Grundlage aller Anschauung, das menschliche Sehen als gottgegebenes Potential im Sinne des zu Beginn der Schöpfungsgeschichte stehenden Blickes auf das Ganze: „Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und siehe, es war sehr gut“. Aus diesem Verständnis heraus entwickelte Minde eine Farbformlehre, in der spezifische Phänomene in farbformalen Schemen konkrete Gestalt annehmen.

 

Gefasstes religiöses Empfinden Kaspars

Johann Kaspars in Bilder gefasstem religiösem Empfinden den wissenschaftlich-künstlerischen Ansatz Martin Mindes in einer Doppelausstellung an die Seite zu stellen, mag auf den ersten Blick überraschen. Zweifelsohne werden die in ihrer Bildhaftigkeit so verschiedenen Arbeiten jedem Betrachter, jeder Besucherin unterschiedlich zugänglich sein. Zugleich möchte diese Zusammenschau dazu ermuntern, sich auf den jeweils anderen Künstler, und die vielfältigen Varianten des Sehens, einzulassen.

 

Ausstellungseröffnung

Die Ausstellung „Kaspar | Minde. Das Göttliche Sehen“ wird anlässlich des 200. Geburtstags von Johannes Kaspar vom 04. Juni bis 16. Oktober 2022 im Historischen Museum Obergünzburg gezeigt. Öffentliche Ausstellungseröffnung ist

 

Freitag, der 03. Juni 2022 um 18.00 Uhr

 

Künstlergespräch

Am Sonntag, den 24. Juli 2022 16.00 Uhr, findet im Rahmen der Doppelausstellung ein Künstlergespräch mit Martin Minde (München) und dem Kunstwissenschaftler Dr. Wolfgang Ullrich (Leipzig) statt. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm unter www.suedseesammlung.de/aktuelles.

Veranstaltungsort
Südsee-Sammlung & Historisches Museum Obergünzburg
Unterer Markt 2
87634 Obergünzburg

Tel.: 08372 8239

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www.suedseesammlung.de

museum@oberguenzburg.de
Termine
Veranstaltungsbeginn
Veranstaltungsende
So - 24. Jul. 2022 | 16:00 Uhr So - 24. Jul. 2022 | 18:00 Uhr